Der Kommandeur

 

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Inhalt

Screenshot Der Film Der Kommandeur von 1949 handelt von einer der ersten amerikanischen Bomberstaffeln die im 2. Weltkrieg in Europa gegen Deutschland eingesetzt wurden. Das portraitierte B-17 Geschwader 918 erleidet dabei ungewöhnlich hohe Verluste, woraufhin dessen Kommandeur Davenport (Gary Merrill), beliebt unter seinen Piloten aber durch sein wenig hartes Durchgreifen von seinen Vorgesetzten kritisiert, seines Kommandos enthoben wird. Da ein wichtiger Einsatz ansteht der für die zukünftige Gesamtstrategie des Oberkommandos entscheidend ist, wird Brigade-General Savage (Gregory Peck) beauftragt das Kommando über das 918te persönlich zu übernehmen. Mit dessen Ankunft und hartem Durchgreifen weht ein neuer Wind in der Staffel doch die Moral der Truppe sinkt weiter und die Piloten bitten um Versetzung. Trotzdem hält Savage an seiner Linie fest, gewinnt langsam Verbündete in der Staffel und auch bei den Einsätzen stellen sich Erfolge ein, die Moral steigt. Doch mit der Zeit knüpft auch Savage ein persönlicheres Verhältnis zur Staffel und Verluste greifen auch seine Psyche an. Beim entscheidenden Einsatz schließlich erleidet Savage kurz vor dem Start einen Nervenzusammenbruch und kann nicht mitfliegen, aber die von ihm ausgebildeten Flieger können den Einsatz erfolgreich durchführen nach oben

Schwerpunkte der Fliegerfilme

Heldentum, Kameradschaft

Screenshot Vermutet man am Anfang des Films noch, dass es sich hier um eine Geschichte handelt die noch einmal die Heldentaten der amerikanischen Flieger im 2. Weltkrieg herauskehren will, so stellt man doch fest, dass dieser Film die Geschichte realistischer erzählt, auch im Vergleich zu neueren Filmen. Wahrscheinlich liegt es an der zeitlichen Nähe zum 2. Weltkrieg (Erschienen: 1949), aber gleichzeitig auch an dem doch vorhandenen Abstand zum eigenen Sieg, wodurch eine gute Darstellung der Abläufe innerhalb der Staffel aber doch ein eine kritischere Betrachtung der Gesamtlage gezeigt werden kann. So wird unter den fern von der Heimat kämpfenden amerikanischen Fliegern durchaus ein großes Spektrum an Problemen auch innerhalb der Truppe gezeigt, die in Kriegszeiten aufgetreten sind: Es gibt einen verständnisvollen aber dadurch auch führungsschwachen Kommandooffizier, Piloten die lieber ihre Versetzung beantragen statt sich der Obrigkeit zu beugen und weiterzufliegen und einen Kommandanten der am Ende feststellen muss, dass die Verantwortung für das Leben vieler Menschen und den Tod von Freunden nicht leicht zu tragen ist.
Ein zusätzlicher Aspekt: Wie in vielen weiteren Fliegerfilmen ist das Offizierskasino/die lokale Pilotenbein wichtiger Schauplatz für Piloten und Offiziere (Top Gun, Kampfgeschwader 633 oder auch der Testpilot) nach oben

Gefahr beim Fliegen

Screenshot Der Film zeigt schon in einer Anfangszene eine Notlandung und thematisiert so die Gefahren des Fliegens. Im weiteren Verlauf geht es aber mehr um die Gefahren die durch den Einsatz der Bomberstaffel bei Tage über feindlichem Gebiet entstehen und weniger und die Gefahren der Fliegerei an sich. nach oben

Romanzen & Liebesstories

Eine Liebesgeschichte ist in diesem Film nicht zu finden. nach oben

Kampf Mensch gegen Mensch, Mensch gegen Technik

Feinde im Luftkampf sind nur im verwendeten Originalfilmmaterial zu sehen (siehe Technische Umsetzung) spielen aber ansonsten nur eine untergeordnete Rolle (kein Feind tritt in einer Personenrolle auf). Im Vordergrund stehen die inneren Konflikte innerhalb einer Fliegerstaffel. nach oben

Cast

Screenshot Der Film dreht sich stark um die Hauptfigur Savage und die meisten Nebenfiguren werden nur wichtig, wenn sie mit Savage interagieren. Da sich die Flugszenen in diesem Film zum größten Teil auf den Vorletzten Einsatz der Staffel gegen Ende konzentrieren, treten sie nicht so sehr in den Vordergrund. nach oben

Technische Umsetzung

Screenshot Da Der Kommandeur noch ein Schwarzweißfilm ist wurde für die Flugszenen, neben für den Film gedrehten Cockpit- und Start-/Landeansichten, Originalfilmmaterial von Bomberangriffen aus dem 2. Weltkrieg genutzt (Teils Vollbild, teils eingefügt via Projektion auf eine im Hintergrund liegende Leinwand). Auch wird nur der vorletzte Kampfeinsatz der Staffel wirklich gezeigt, bei allen anderen Einsätzen sind nur Starts und Landungen zu sehen. Screenshot Eine besondere Szene (weil für damalige Zeiten schon spektakulär) ist eine Notlandung ohne Fahrwerk in einer der Anfangssequenzen, die mit einem echten B-17 Bomber gedreht wurde.

Der Film wurde (wie z.B. auch Top Gun als neuerer Film) von der U.S. Air Force unterstützt, so dass Zugriff auf das Originalfilmmaterial aus dem 2. Weltkrieg und das drehen mit damals aktueller Militärtechnik möglich war. nach oben

Fazit

Mit dem Wissen, dass der Film mit Unterstützung des U.S. Militärs gedreht wurde, ist es eigentlich überraschend, dass der Film Konflikte innerhalb der Fliegerstaffel, Führungsschwäche und psychische Belastung der Offiziere (gerade bei der Hauptfigur des Films) innerhalb der U.S. Streitkräfte kritisch thematisiert. Dies macht ihn allerdings auch interessanter als manche simplen Heldengschichten, die man aus ähnlichen Kriegsfilmen dieser Zeit kennt - nach dem erst sehr forschen Durchgreifen der Hauptfigur Savage z.B. rechnet man eigentlich nicht damit, dass dieser letztendlich auch Schwäche zeigen wird. Leider gibt es nicht sehr viele Flugszenen im Film, aber da sich die Geschichte auf eine Fliegerstaffel und deren Geschichte innerhalb des 2. Weltkriegs beschränkt wirkt er nicht so überladen wie spätere Filme mit ähnlichem zu Grunde liegendem realen Hintergrund wie z.B. die Luftschlacht um England (1969) .


 

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