The Great Waldo Pepper

 

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Inhalt

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Peppers Flugzeug
Im diesem Film von 1975 geht es um den Piloten Waldo Pepper (Robert Redford) der Ende der 20er Jahre in den USA als privater Stuntpilot unterwegs ist. Da sich für einzelne Stuntpiloten bei Zuschauern und Mitfliegern nicht mehr viel Geld verdienen lässt versucht er sich der Airshow von Dillhoefer (Philip Burns) anzuschließen. In dieser Airshow fliegt auch Ernst Kessler (Bo Brundin), ein deutsches Fliegerass aus dem 1. Weltkrieg, der von vielen, Pepper eingeschlossen, als bester Pilot der Welt angesehen wird. Peppers größter Traum ist es einen Luftkampf gegen Kessler zu bestreiten - im 1. Weltkrieg wurde Pepper zwangsweise als Fluglehrer eingesetzt und konnte keine fliegerischen Heldentaten vollbringen, was ihn sehr schmerzt. Dies führt dazu, dass er öfters Lügengeschichten über seine Zeit im 1. Weltkrieg erzählt was ihn nach einigen Verwicklungen mit dem Weltkriegsveteran und Piloten Olsson (Bo Svenson) und dessen Freundin Mary Beth (Susan Sarandon) zusammenbringt. Mit ihnen zusammen tritt er bei der Airshow auf, doch im Eifer immer sensationellere Flugstunts zu erfinden kommt es zu einem tragischen Unfall: Beim Versuch über die Tragflächen zu laufen kommt Mary Beth ums Leben, die Airshow wird geschlossen und Pepper bekommt Flugverbot. Peppers Mechanikerfreund Ezra Stiles (Edward Herrmann) ist währendessen dabei eine Maschine mit der modernen Neuerung von nur einer Tragfläche zusammenzubauen, um einen der schwierigsten Tricks vorzuführen, den nach außen geflogenen Looping, der mit normalen Doppeldeckern nicht möglich ist. Screenshot Da Pepper Flugverbot hat muss Stiles selbst fliegen und findet dabei einen schrecklichen Feuertod, wovor Pepper ihn aufgrund von umstehenden Schaulustigen nicht retten kann. Verärgert über deren Passivität jagt er sie mit seinem Flugzeug vom Showgelände, was ihm ein permanentes Flugverbot einbringt. Pepper entschließt sich nach Hollywood zu gehen und dort unter falschem Namen als Stuntman zu arbeiten. Dort bekommt er die Möglichkeit an einem Fliegerfilm über den 1. Weltkrieg mitzuwirken bei dem auch sein Idol Kessler mitspielt. Doch Kessler ist kein strahlender Held wie Pepper ihn sich vorgestellt hatte sondern viel mehr ein König der Lüfte dem wie Pepper auf dem Boden wenig Erfolg beschert ist. Beide erkennen die Qualitäten des jeweils anderen und schließlich kommt es zu einem von beiden wirklich durchgeführten Luftkampf, bei der die Flugzeuge kritisch beschädigt werden und beide Piloten (wahrscheinlich) zu Tode kommen. Vor dem wahrscheinlichen Absturz bekommt Pepper aber noch eine Ehrenbezeigung Kesslers, nach der er sich sein gesamtes Fliegerleben lang gesehnt hat. nach oben

Schwerpunkte der Fliegerfilme

Faszination Fliegen

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Tanz auf den Flügeln
Die Faszination, die von der Fliegerei ausgeht, spielt in diesem Film eine große Rolle. Mit ihr versucht Pepper bei der Landbevölkerung in Nebraska durch Stunts und Mitfliegeaktionen Geld zu verdienen. Doch diese Faszination ist auch bald gesättigt und immer sensationellere Flugmanöver müssen gefunden werden. Dabei werden faszinierende Flugmanöver wie Loopings und Sturzflüge sowie Akrobatik auf den Tragflächen gezeigt die so nur mit den verwendeten Doppeldeckern durchführbar sind.

Screenshot Mit den verwendeten Kameraeinstellungen, die immer als real gedrehte Sequenzen erkennbar sind, kommt oft eine Sicht wie bei einer Achterbahnfahrt zu Stande, die auch heute noch mitreißend wirkt und die Faszination die vom Fliegen ausgeht für den Zuschauer spürbar macht. nach oben

Faszination Technik

Der Film zeigt mit der Handlungszeit in den 20er Jahren eine Zeit, in der Flugzeuge noch von einzelnen Tüftlern und Erfindern gebaut werden konnten. nach oben

Heldentum, Kameradschaft

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inszenierter Luftkampf
Den gesamten Film über strebt Pepper an auch Heldentaten wie die Kampfpiloten ihm 1. Weltkrieg zu vollbringen, was ihm verwehrt geblieben ist. Er möchte sich nicht der beruflichen Fliegerei zuwenden (Postfliegerei, Passagierfliegerei), sondern seine eigene Freiheit in der Luft haben. Doch sein Umfeld versucht ihm klarzumachen, dass diese Zeiten vorbei sind, und auch beim Zusammentreffen mit Kessler findet er nicht wie erwartet einen Mann vor dem durch seine frühren Heldentaten alles gelingt sondern vielmehr ein Spiegelbild von sich selbst, dass auch in vielen Bereichen des Lebens versagt hat. Es wird klar, dass sich Ruhm nicht nur positiv auf das Leben eines Menschen auswirkt, sondern Beziehungen daran zerbrechen können und ein Held der Lüfte auch immer mit den Problemen am Boden zu kämpfen hat zu denen er zwangsläufig immer zurückkehren muss. Diese Rückkehr zum Boden wird in der letzten Szene des Films gerade nicht gezeigt. Screenshot
Salutszene
Die beiden Piloten Kessler und Pepper verschwinden nach gegenseitiger Ehrenbezeigung (ähnlich zu sehen in Flyboys) mit ihren schwer beschädigten Flugzeugen in den Wolken, als ob sie dieser Tatsache (die ansonsten im Film oft genug gezeigt wird) zum Schluss vielleicht doch entkommen könnten. Dass dies nicht so ist wird zum Ende klar gemacht, indem sich ein Foto von Pepper neben anderen Fliegerassen in eine schon am Anfang gezeigte Heldentafel einreiht. Inhaltlich ist noch zu erwähnen, dass eine starke Freundschaft zwischen Pepper und seinem Mechaniker Ezra Stiles besteht, ähnlich wie im Film der Testpilot. nach oben

Gefahr beim Fliegen

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Tod in den Flammen
Die Gefahren des Fliegens spielen in diesem Film eine sehr große Rolle, obwohl es kein Kriegsfilm ist. Es werden Abstürze und Notlandungen gezeigt, sowie tollkühne Manöver der Piloten in einer Zeit als Regelungen in der Luftfahrt durch staatliche Stellen gerade erst neu waren und die Piloten sich in der Luft noch völlig frei fühlten. Ein anderer Aspekt ist in dieser Hinsicht die Gefahr die vom Piloten eines Flugzeugs für seine Mitmenschen ausgeht. Er trägt in gewisser Weise durch sein Handeln Verantwortung für die Sicherheit seine Passagiere, weiterer mitfliegender Flugzeuge und hier auch für die Zuschauer am Boden. Pepper wird von einem Freund als einer der besten Piloten bezeichnet, aber auch als gefährlich für seine Umwelt. Genau dieser Leichtsinn wird auch der Hauptfigur Maverick in Top Gun in einem sehr ähnlichen Dialog vorgeworfen (Top Gun). nach oben

Romanzen & Liebesstories

Pepper ist zwar der genretypische Pilot und Frauenheld der mit seinen Taten prahlt, allerdings hat er damit im Film nicht viel Erfolg. Durch das Aufdecken seiner Lügengeschichten hat er bei Mary Beth keine Chancen und seine Beziehung zur Schwester seines Mechanikers Ezra Stiles ist an seiner Priorität für das Fliegen und Bindungsschwäche zerbrochen.
Dies verhält sich ähnlich bei seinem Vorbild Kessler, der zwar einen bestimmten Frauennamen an sein Flugzeug geschrieben hat aber auch nur auf gescheiterte Beziehungen zurückblicken kann, was aus einem Gespräch zwischen ihm und Pepper hervorgeht. nach oben

Kampf Mensch gegen Mensch, Mensch gegen Technik

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ein weiterer Dogfight
Im Kampf Mensch gegen Mensch spielt auch bei diesem Film das ritterliche Duell zwischen Zwei Piloten die Hauptrolle. Dies geht auf eine historische Begegnung zwischen dem französischen Piloten Georges Guynemer und dem deutschen Piloten Ernst Udet (auf dem die Figur von Kessler basiert) während des 1. Weltkriegs zurück bei der Udet ein technisches Problem an den Maschinengewehren hatte und Guynemer den Deutschen entkommen lies.

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Kessler und Pepper
Kessler führt in einer Szene aus das der einzige Raum in dem ehrenvoll gekämpft wir in der Luft ist, am Boden ist nur mit Hinterhältigkeit zu rechnen - was er nicht im militärischen Sinne meint sondern auf die Erfahrungen in seinem Privatleben bezieht. In diesem Sinne bekämpfen sich die beiden auch in der Luft, aber es wird klar, dass auch in der Luft eine neue Zeit angebrochen ist und die beiden eine aussterbende Art von Piloten darstellen.
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Technische Umsetzung

Alle Flugszenen des Films, auch das Laufen auf den Tragflächen der Flugzeuge, wurden real mit den Schauspielern selbst gedreht und tragen mit ihrer hohen Qualität sehr zur Atmosphäre des Films bei. Dadurch braucht er sich auch vor vielen neueren Filmen, wie z.B. Flyboys, bei denen massiv Computermodelle zum Einsatz kommen, nicht zu verstecken, alles wirkt wie aus einem Guss, ohne den Einsatz von vielen digitalen Filtern wie es heute in Hollywood gang und gäbe ist. Die Kameraeinstellungen sind sehr interessant gewählt und der Zuschauer fühlt sich bei diesen alten Flugzeugen und mit dem Wind der den Piloten durch die Haare fährt viel mehr in der Szene, als bei neueren Filmen mit ihren meist sterilen Cockpitansichten. Besonders beeindruckend ist z.B. die Kameraführung bei Eszra Stiles Versuch des äußeren Loopings. nach oben

Fazit

The Great Waldo Pepper ist ein spannender Fliegerfilm, in dem aber immer auch ein trauriger Unterton mitschwingt. Die Zeit der Fliegerhelden des 1. Weltkriegs geht zu Ende und Pepper muss viele persönliche Rückschläge und den Tod von zwei Freunden erleben, außerdem soll im die Fliegerei, die für ihn das ein und alles ist, durch ein Flugverbot genommen werden – dies schafft einen Kontrast zu der ansteckenden Begeisterung für das Fliegen, die die Piloten ausstrahlen. Von der technischen Seite betrachtet muss man sagen, dass die Flugszenen eindrucksvoll umgesetzt wurden und sich passend in die Handlung einfügen, also weder gesucht werden müssen noch die Story überdecken.


 

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